Schäuble - Banken bei Stärkung ihrer Kapitalbasis auf gutem Weg

Dienstag, 21. Februar 2012, 16:39 Uhr
 

Brüssel/Berlin (Reuters) - Europas Banken befinden sich nach Darstellung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf einem gutem Weg hin zu mehr Stabilität.

Die europäischen Finanzminister seien am Dienstag von der EU-Kommission über die Umsetzung der verabredeten Maßnahmen informiert worden, mit denen die Kreditinstitute gegen Ansteckungsgefahren der Staatsschuldenkrise gewappnet werden sollen, sagte Schäuble in Brüssel. "Soweit man es in diesem frühen Stadium bewerten kann, scheint die Umsetzung des Pakets insgesamt in den Mitgliedsstaaten gut voranzukommen." Nach einer ersten Einschätzung der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA entspreche "die große Mehrheit der eingereichten Pläne "formal und inhaltlich den Erwartungen, um das notwendige Kapital bis zum 30.6. diesen Jahres zur Verfügung zu haben."

Nach Schäubles Worten gehen die meisten Mitgliedsstaaten davon aus, dass ihre betroffenen Banken die Anforderungen aus eigener Kraft erfüllen könnten. Die Gefahr eines massiven Abbaus von Kreditrisiken ("deleveraging") bei den Instituten mit negativen Folgen für die Realwirtschaft "scheint unter Kontrolle zu sein", versicherte der CDU-Politiker. Vorsorglich würden dennoch "Rettungsschirme aufgestellt" beziehungsweise Liquiditätsgarantien verlängert. Schäuble nannte es vernünftig, dass die EBA sich entschieden habe, die Banken erst 2013 wieder einem Stresstest zu unterziehen. Derzeit gehe es noch um die Umsetzung der Folgerungen aus dem letzten Test.