Arbeitsrichter hält Vorfeld-Streik für verhältnismäßig

Mittwoch, 29. Februar 2012, 11:34 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Streik der Vorfeld-Beschäftigten am Frankfurter Flughafen ist nach einer ersten Einschätzung des Frankfurter Arbeitsgerichts verhältnismäßig.

"Dass ein Streik wehtut, ist klar", sagte Arbeitsrichter Matthias Kreutzberg-Kowalczyk am Mittwoch zu Prozessbeginn. Schließlich sei das Sinn und Zweck eines Streiks. Fraport habe der seit knapp zwei Wochen andauernden Arbeitsniederlegung zudem effizient begegnen können und 80 Prozent des Flugverkehrs aufrechterhalten. Der Konzern sei durch den Streik nicht existenziell gefährdet. Verletzt könnte allerdings die Friedenspflicht sein - das müsse nun geprüft werden, sagte er.

Der Richter prüft, ob der Streik der 200 Flugzeugeinweiser am Frankfurter Flughafen rechtmäßig ist. Airport-Betreiber Fraport und die Lufthansa halten den Ausstand für illegal und wollen ihn mit einer einstweiligen Verfügung verbieten. Die beiden Konzerne hatten sich lange zurückgehalten und den Klageweg gegen die Vorfeld-Arbeiter vermieden. Als deren Gewerkschaft GdF jedoch am Montag auch die Fluglotsen im Tower des Großflughafens zu einem Solidaritätsstreik aufrief, reichten die beiden Luftfahrtkonzerne gleich zwei Klagen ein. Der erste Verbotsantrag gegen den eigentlich ab 5 Uhr am Mittwochmorgen geplanten Fluglotsenstreik wurde am späten Dienstagabend vom Frankfurter Arbeitsgericht angenommen - der Streik wurde damit abgewendet.