De Maiziere: Bevölkerung sieht Bundeswehr sehr positiv

Dienstag, 26. Juni 2012, 15:48 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Das von Alt-Bundespräsident Horst Köhler geprägte Wort vom "freundlichen Desinteresse" der Deutschen an der Bundeswehr trifft nach Einschätzung von Verteidigungsminister Thomas de Maiziere heute nicht mehr zu.

"Das ist eine Beschreibung, die ich für zu pessimistisch halte inzwischen", sagte de Maiziere am Dienstag in Berlin. Insgesamt sei die Einschätzung der Bevölkerung gegenüber der Bundeswehr sehr positiv. Aus dem freundlichen Desinteresse sei eher ein freundliches Interesse geworden, "eigentlich kein schlechter Zustand im Verhältnis eines Volkes zu seiner Armee".

In Umfragen rangierten die Bundeswehr als Institution und auch der Beruf des Soldaten heute unter den ersten zehn Plätzen, was vor 30 oder 40 Jahren anders gewesen sei, erklärte der Minister. Auf kaum einer Hauswand stehe mehr der Spruch "Soldaten sind Mörder". Seit dem Ende des Kalten Krieges habe sich die Haltung zum Soldatischen beruhigt. Im Übrigen herrsche auch in anderen Ländern nicht von morgens bis abends Begeisterung für die Streitkräfte. "Aber wenn es eine Krise gibt, wenn es gefallene Soldaten gibt, dann ist die Sympathie, auch die Anteilnahme der deutschen Bevölkerung gegenüber den Familien und den gefallenen Soldaten riesengroß", betonte de Maiziere. "Und deswegen bin ich in all diesen Fragen eigentlich ziemlich optimistisch."

Der damalige Bundespräsident Köhler hatte 2005 bei einer Rede zum 50-jährigen Bestehen der Bundeswehr das freundliche Desinteresse der Deutschen an ihrer Armee kritisiert.