Kritik in Union an Kosten der Energiewende für Verbraucher
Berlin (Reuters) - In der Union wächst die Kritik an der Energiewende.
Vize-Fraktionschef Michael Fuchs forderte in der "Rheinischen Post" vom Samstag eine Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes, um die Kostenbelastungen für die Verbraucher zu senken. Fuchs rechnet wegen des Umsteuerns in der Energiepolitik mit einem drastischen Anstieg der Strompreise. "Im Jahr 2014 wird die EEG-Umlage nach unseren Berechnungen durch die massive Einspeisung der Windenergie inklusive Mehrwertsteuer auf acht Cent pro Kilowattstunde steigen", sagte der CDU-Politiker dem Blatt. Damit müsste eine vierköpfige Familie mit einem Durchschnittsverbrauch alleine 400 Euro pro Jahr für die Förderung von Öko-Strom aufbringen. Im kommenden Jahr rechnet Fuchs mit einem Anstieg der Umlage auf 5,7 Cent pro Kilowattstunde.
"Die Überförderung der Photovoltaik führt zu absurden Exzessen. Das EEG als einer der Hauptkostentreiber bedarf einer grundlegenden Reform", forderte er. Die steigenden Strompreise belasteten auch die Wirtschaft zunehmend.
Auch der nordrhein-westfälische FDP-Chef Christian Lindner warnte vor einer finanziellen Überlastung der Bürger durch die Energiewende. Im Herbst werde sich die Belastung einer Familie für die erneuerbaren Energien "von etwa 150 auf 200 Euro im Jahr" erhöhen, sagte Lindner dem "Tagesspiegel am Sonntag". Dieser Trend müsse gestoppt werden.
Zuvor hatte bereits Umweltminister Peter Altmaier eingeräumt, dass die Bezahlbarkeit von Strom bei der Umstellung der Energieversorgung von Atomkraft auf regenerative Energien aus dem Auge verloren worden sei. Für ihn hätten bezahlbare Strompreise Priorität, versicherte Altmaier, der die Nachfolge des entlassenen Ministers Norbert Röttgen angetreten hatte.
Die Bundesregierung hatte unter dem Eindruck der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im Frühjahr 2011 die Energiewende mit einem Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie bis 2022 beschlossen. Zuvor hatte sie noch voll auf Atomkraft gesetzt und den von Rot-Grün mit der Energiewirtschaft bereits besiegelten Atomausstieg zurückgenommen.
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