Studie - Armut wächst vor allem in den Großstädten

Mittwoch, 14. November 2012, 15:12 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Armut wächst einer Studie zufolge vor allem in den deutschen Großstädten.

In Leipzig, Dortmund, Duisburg, Hannover, Bremen und Berlin lebten zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). "Deutlich besser stehen die meisten süddeutschen Metropolen und Hamburg da", schrieben die Forscher. "Allerdings ist auch dort die Armutsquote zuletzt gestiegen."

In den Metropolen hat sie sich den Angaben nach zwischen 2005 und 2011 von 17,5 auf 19,6 Prozent erhöht. "Damit ist die Armut in den 15 größten Städten deutlich höher als im Rest der Republik", erklärten die Experten. Deutschlandweit sei die Armutsquote im vergangenen Jahr trotz boomender Wirtschaft von 14,5 auf 15,1 Prozent gestiegen, obwohl die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen ist. Ursachen dafür könnten die höhere Einkommensungleichheit und der wachsende Niedriglohnsektor sein.

Als arm gilt in der Bundesrepublik, wer weniger als 60 Prozent des bedarfsgewichteten mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Dieser Wert entspricht einem Monatseinkommen von 848 Euro bei einem Alleinstehenden.

 
A man begs as pedestrians walk past at Wilmersdorfer shopping street in Berlin October 9, 2012. REUTERS/Fabrizio Bensch (GERMANYSOCIETY BUSINESS - Tags: SOCIETY BUSINESS EMPLOYMENT)