Rentenversicherung gegen Automatismus beim Rentenalter

Mittwoch, 14. November 2012, 15:11 Uhr
 

Würzburg (Reuters) - Die Deutsche Rentenversicherung Bund lehnt Pläne in der EU für eine automatische Anhebung des Renteneintrittsalters ab.

Eine Art "Europaformel" für die Koppelung des Ruhestandsalters an die steigende Lebenserwartung könne und müsse es nicht geben, sagte der Präsident der Behörde, Herbert Rische, am Mittwoch in Würzburg. Die Anhebung des Rentenalters wie etwa in Deutschland durch die Rente mit 67 bis zum Jahr 2029 läge nach seinen Worten dann nicht mehr in den Händen der Politik, sondern wäre ein Automatismus. Den Besonderheiten in den Rentensystemen der einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) werde man damit nicht gerecht.

Die EU-Kommission hatte in ihrem Weißbuch zur Alterssicherung im Frühjahr einen entsprechenden Vorschlag für einen Automatismus gemacht. Rische verwies darauf, dass auch in anderen EU-Staaten wie in Deutschland Weichenstellungen erfolgt seien, um die steigende Lebenserwartung zu berücksichtigen. Mit der schrittweisen Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre und dem Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel sei die deutsche Rentenversicherung bereits gut aufgestellt.