Justizminister prüfen Fahndung per Facebook

Donnerstag, 15. November 2012, 16:04 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Polizei erwägt, das soziale Netzwerk Facebook bei der Suche nach Verdächtigen zu nutzen.

Die Justizminister von Bund und Ländern beschlossen am Donnerstag, die Veröffentlichung von Fahndungsaufrufen im Internet zu prüfen. Damit werde darauf reagiert, dass immer mehr Jugendliche nur über Facebook und andere Netzwerke zu erreichen seien, sagte der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) nach der Justizministerkonferenz in Berlin. Klassische Medien wie Zeitungen gingen größtenteils an den Jugendlichen vorbei.

Die Polizei habe bereits positive Erfahrungen mit Facebook gemacht, berichtete Hahn. So sei ein Türsteher-Mord in Frankfurt mit Hilfe von Aufrufen in dem Netzwerk aufgedeckt worden. Mit Zeitungsanzeigen wäre das nicht gelungen. Der Nachteil der Fahndung im Internet sei, dass diese im Gegensatz etwa zu Fahndungsplakaten nie wieder vollständig entfernt werden könnten. Eine Arbeitsgruppe der Justizministerkonferenz prüfe nun, inwiefern eine Facebook-Fahndung mit dem Datenschutz und anderen rechtstaatlichen Grundsätzen vereinbar sei.