Seehofer signalisiert Griechenland Entgegenkommen

Sonntag, 18. November 2012, 12:46 Uhr
 

Berlin (Reuters) - CSU-Chef Horst Seehofer hat dem hoch verschuldeten Griechenland Entgegenkommen bei der Erfüllung der Spar- und Reformauflagen signalisiert.

"Falls die Griechen mehr Zeit brauchen, kann man mit der CSU darüber reden", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild am Sonntag". Man müsse abwägen, ob ein zeitlicher Aufschub nicht viel mehr Geld kosten würde als die Alternative. Damit spielte Seehofer auf eine mögliche Staatsinsolvenz und einen Austritt aus der Euro-Zone an. Der Parteichef sagte, Bayern sei ein exportorientiertes Land. Er müsse auf die Sicherung von Arbeitsplätzen achten. "Die politische Kunst ist es, einen Flächenbrand, den eine Pleite Griechenlands auslösen könnte, zu vermeiden, ohne die Schuldenbekämpfung aufzugeben", sagte Seehofer. Hilfen könne es nur gegen Auflagen geben. Über weitere Hilfen müsse in Deutschland das gesamte Parlament entscheiden.

Die Schuldenprobleme Griechenlands kommen auf einem Treffen der Euro-Finanzminister am Dienstag zur Sprache. Während es eine weitgehende Einigkeit gibt, dem Land mehr Zeit zu geben, ist der von Experten des Internationalen Währungsfonds ins Gespräch gebrachte Schuldenschnitt öffentlicher Gläubiger umstritten. Deutschland lehnt dies wegen rechtlicher Bedenken ab. Zudem würden auf den Steuerzahler wohl Milliardenlasten zukommen.

 
File picture shows Bavarian Prime Minister and leader of the Christian Social Union (CSU) Horst Seehofer (L) and CSU speaker Hans Michael Strepp as they arrive for a CSU board meeting in Munich October 19, 2009. Strepp has resigned on October 25, 2012 after allegations of trying to influence German television channel ZDF. Picture taken October 19, 2009. REUTERS/Michaela Rehle/File (GERMANY - Tags: POLITICS)