Steinbrück sieht sich von SPD "in schwieriger Phase" unterstützt

Freitag, 23. November 2012, 13:20 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Trotz eines holprigen Starts als designierter SPD-Kanzlerkandidat sieht Peer Steinbrück seine Partei hinter sich.

Die Solidarität, die er auf seinen Veranstaltungen erfahre, sei "durchaus bemerkenswert und berührend" aus der gesamten Bandbreite der SPD, sagte Steinbrück am Donnerstagabend in Berlin vor Journalisten. Er merke, dass sich die eigene Partei "solidarisch an die Seite stellt und in einer schwierigen Phase versucht, mich zu unterstützen".

Der 65-jährige Ex-Finanzminister war vor acht Wochen von SPD-Chef Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidat vorgeschlagen worden. Seither hatten ihm vor allem Berichte über seine Nebeneinkünfte zu schaffen gemacht und ihm in Umfragen Verluste beschert.

Am Mittwoch hatte Steinbrück eine weitere Schlappe einstecken müssen. Der Buchautor Roman Maria Koidl zog sein Angebot zurück, Steinbrück in Sachen soziale Medien zu beraten, nachdem Medien darüber berichtet hatten, dass er jahrelang für einen Hedgefonds gearbeitet habe.

"Ob der mal bei einem Hedgefonds tätig gewesen ist oder bei den St.-Pauli-Nachrichten geschrieben hat, ist für mich nicht entscheidend", sagte Steinbrück. Er habe Koidl über seinen Verlag kennengelernt und als jemanden wahrgenommen, "der in der Tat einen Rat geben kann". Nun sei allerdings die Frage aufgekommen, ob die Berichterstattung "Belastungen für ihn selber und auch für mich" bedeutete. Koidl habe keinen Vertrag in der Parteizentrale gehabt, sondern auf seine Bitte ein Angebot gemacht. Die Umsetzung seiner Vorschläge hätte aber in der Parteizentrale "zu einer ziemlich revolutionären Systemumstellung" geführt, die man zehn Monate vor der Bundestagswahl nicht habe riskieren wollen.