Magazin: Regierung beurteilt Lage in Afghanistan kritisch

Sonntag, 25. November 2012, 13:05 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung zeichnet in ihrem jüngsten Afghanistan-Bericht einem Magazin zufolge ein düsteres Bild der Sicherheitslage am Hindukusch.

Die regierungsfeindlichen Kräfte seien trotz der Ausbildung von nationaler Armee und Polizei weiter handlungsfähig, berichtete der "Spiegel" am Sonntag unter Berufung auf den sogenannten Fortschrittsbericht, der am Mittwoch im Kabinett verabschiedet werden soll. Ein dauerhafter Frieden könne nur erreicht werden, wenn der Versöhnungsprozess in Afghanistan Fortschritte mache. "Dies ist bisher nicht gelungen", zitierte das Magazin aus dem Bericht. Sorge bereiteten vor allem die sogenannten Innentäter, also afghanische Soldaten oder Polizisten, die Isaf-Soldaten angreifen. Die Zahl dieser Anschläge war 2012 drastisch gestiegen, mindestens 57 Isaf-Soldaten wurden dabei getötet.

"Die Bundesregierung nimmt die wachsende Bedrohung sehr ernst", zitierte das Magazin aus dem Bericht. Eine leicht positive Entwicklung sei, dass es ansonsten erneut weniger sicherheitsrelevante Zwischenfälle gegeben habe. Deutschland wolle Afghanistan zunächst bis 2016 mit jährlich bis zu 430 Millionen Euro unterstützen. Mit weiteren rund 150 Millionen Euro wolle Deutschland zur Finanzierung der afghanischen Sicherheitskräfte beitragen.