Merkel fordert von FDP Zustimmung zum Mindestlohn

Samstag, 1. Dezember 2012, 11:54 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel drängt die FDP, einer Mindestlohn-Regelung zuzustimmen.

"Wir haben uns in der Union sehr klar für eine Lohnuntergrenze ausgesprochen", sagte die CDU-Chefin der Zeitung "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. "Ich würde mir wünschen, dass wir einen solchen Beschluss auch in der christlich-liberalen Koalition fassen." Eine Volkspartei wie die CDU müsse die Sorgen und Hoffnungen der Bürger aufnehmen und Antworten anbieten, sagte die Kanzlerin.

Laut "Ruhr Nachrichten" (Samstagausgabe) kam eine Umfrage zu dem Ergebnis, dass zwei Drittel der Anhänger von CDU und CSU sich für Mindestlöhne in allen Branchen aussprechen. Das Blatt berief sich auf eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Demnach plädieren insgesamt 75 Prozent der Deutschen für entsprechende Mindestlohn-Regelungen. 14 Prozent favorisierten dagegen Lohnuntergrenzen nur in ausgewählten Branchen. Im März 2008 habe die Zustimmung zu Mindestlöhnen noch bei nur 55 Prozent gelegen.

Das DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki sagte der Zeitung: "Das, was zwei Drittel der Unions-Anhänger für notwendig halten, sollte nun auch in den Parteispitzen von CDU und CSU ankommen und umgesetzt werden: Löhne unter 8,50 Euro pro Stunde müssen in allen Branchen kassiert werden." Kanzlerin Merkel und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen machten es sich zu leicht, wenn sie allein der FDP eine Blockadehaltung beim Mindestlohn vorhielten. Auch beim CDU-Wirtschaftsflügel sei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

 
German Chancellor Angela Merkel holds a news conference at the end of a European Union (EU) leaders summit discussing the EU's long-term budget at the EU council headquarters in Brussels November 23, 2012. EU leaders failed to reach agreement on Friday on a new seven-year budget for their troubled bloc, calling off talks in less than two days after most countries rejected deeper spending cuts demanded by Britain and its allies. REUTERS/Eric Vidal (BELGIUM - Tags: POLITICS BUSINESS HEADSHOT)