Seehofer strebt für Union bei Bundestagswahl 40 Prozent an

Sonntag, 2. Dezember 2012, 12:57 Uhr
 

Berlin (Reuters) - CSU-Chef Horst Seehofer hat der Union bei der Bundestagswahl 40 Prozent zum Ziel gesetzt.

Das sei eine realistische Größenordnung, sagte der bayerische Ministerpräsident der "Welt am Sonntag". Das zeigten auch die jüngsten Umfragen. Er forderte ein klares Profil im Wahlkampf. Die Unterschiede zwischen dem linken und dem bürgerlichen Lager müssten herausgearbeitet werden. Seehofer sprach sich zudem für eine Fortsetzung der Koalition von Union und FDP aus. "Wir wollen strikt Schwarz-Gelb", sagte er. Er sei sich sicher, dass sich die CDU auf ihrem Parteitag am Dienstag eindeutig zur FDP bekennen werde.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wünschte im Interview mit der "Bild am Sonntag" ein Weiterbestehen der christlich-liberalen Regierung. Trotz der schwachen Umfragewerte könne die FDP jedoch nicht mit Leihstimmen der Union rechnen. Sie wolle keine Zweitstimmenkampagne, "sondern eine möglichst starke CDU", sagte die Parteichefin. Sollte die Bundestagswahl jedoch keine erneute Mehrheit für Schwarz-Gelb bringen, werde sie mit SPD und Grünen sprechen. "Das ist eine Selbstverständlichkeit, zumal ich als Kanzlerin, die eine große Koalition geführt hat, doch völlig unglaubwürdig wäre, wenn ich sagte, dass wir mit der SPD nicht reden."

In der neuesten Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" blieben CDU/CSU mit 38 Prozent stärkste Kraft. Die FDP verharrte bei vier Prozent und wäre damit nicht mehr im Parlament vertreten. Die SPD kam auf 28 Prozent und die Grünen auf 14 Prozent.

 
German Chancellor Angela Merkel (L), Bavarian Prime Minister and leader of the Christian Social Union (CSU) Horst Seehofer attend an oecumenic service at St. Michaels church during the 22nd German Unification Day festivities in Munich October 3, 2012. REUTERS/Michaela Rehle