Brüderle weist Spekulationen über FDP-Spitzenkandidatur zurück

Sonntag, 2. Dezember 2012, 14:48 Uhr
 

Berlin (Reuters) - FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle will seine Partei nicht anstelle des Bundesvorsitzenden Philipp Rösler in den Wahlkampf führen.

Rösler sei mit einem überragenden Ergebnis zum Parteichef gewählt worden, sagte Brüderle der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) laut Vorabbericht. "Er ist unsere Nummer Eins, und wir stehen hinter ihm." Die FDP kämpfe als Team dafür, bei den Wahlen in Niedersachsen und im Bund ein gutes Ergebnis zu erzielen und die christlich-liberalen Koalitionen fortsetzen zu können. "Personaldebatten sind überflüssig wie Kamele im Wattenmeer", fügte der Fraktionschef hinzu.

Brüderle reagierte damit auf eine Forderung des FDP-Bundestagsabgeordneten Jens Ackermann. In der "Bild am Sonntag" hatte er Brüderle als erster FDP-Politiker aufgefordert, die Spitzenkandidatur im Bund zu übernehmen. Bei der Bundestagswahl 2013 gehe es für die FDP um alles, sagte Ackermann.

Laut einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Blattes genießt Brüderle in der Bevölkerung das höhere Ansehen. Danach geben 34 Prozent der Befragten der FDP mit Brüderle als Parteichef die größten Chancen. Rösler kommt auf 23 Prozent. Er steht in der Kritik, weil die Partei in Umfragen unter der Fünf-Prozent-Marke liegt und sowohl in Niedersachsen wie auch im Bund um den Wiedereinzug ins Parlament bangen muss.

Entwicklungsminister Dirk Niebel hatte eine Doppelspitze für den Wahlkampf ins Spiel gebracht. Die SPD zeige, dass der Spitzenkandidat nicht automatisch auch Vorsitzender sein müsse. Mit diesem Vorstoß stieß Niebel bei Parteikollegen auf harsche Kritik.