CDU-Parteitag beschließt Frauen-Flexi-Quote für Unternehmen

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 12:19 Uhr
 

Hannover (Reuters) - Die CDU will mehr Frauen in Führungsgremien von Unternehmen.

Der Parteitag beschloss dazu am Mittwoch in Hannover die Einführung einer sogenannten "Flexi-Quote". Damit sollen Firmen verpflichtet werden, für sich selbst eine verbindliche Quote für Vorstand und Aufsichtsrat festzusetzen. Dies soll öffentlich ausgewiesen werden und darf nicht nachträglich nach unten berichtigt werden. Ziel der CDU ist es, im Jahr 2020 im Schnitt 30 Prozent der Mandate in Aufsichtsräten mit Frauen zu besetzen. CDU-Chefin Angela Merkel hatte die Firmen am Vortag gemahnt, bei diesem Thema endlich zu handeln. Ihre Geduld gehe zu Ende.

Darüber hinaus macht sich die CDU in dem verabschiedeten Leitantrag für verbindliche Lohnuntergrenzen für Bereiche stark, in denen kein tarifvertraglich festgelegter Lohn existiert. Festgelegt sollen diese Mindestlöhne von den Tarifpartnern.

Zudem sollen künftig auch Großeltern die Möglichkeit erhalten, ihre Erwerbstätigkeit zu unterbrechen oder zu verringern, um sich um ihre Enkel kümmern zu können.

Als Reaktion auf die internationale Finanzkrise will die CDU mehr Regulierung und Aufsicht der Finanzmärkte durchsetzen. Die CDU plädiert zudem für eine europäische Industriepolitik, bei der gegen unlauteren Wettbewerb vorgegangen wird und der Subventionsabbau im Mittelpunkt steht.

Bereits am Montag hatte die Partei einen Kompromiss zur Besserstellung von Müttern bei der Rente gefasst und sich gegen die steuerliche Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften ausgesprochen.

 
Horst Seehofer, Prime Minister of Bavaria and party leader of the Christian Social Union (CSU) waves as he acknowledges the applause of the delegates after his speech during the second day of Germany's Christian Democratic Union (CDU)'s annual party meeting in Hanover, December 5, 2012. REUTERS/Morris Mac Matzen (GERMANY - Tags: POLITICS)