Deutsche Grundschüler im oberen Drittel - Herkunft entscheidend

Dienstag, 11. Dezember 2012, 11:36 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Deutsche Grundschüler landen im internationalen Leistungsvergleich im oberen Drittel.

Nach zwei am Dienstag in Berlin von der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgestellten Studien liegen die Ergebnisse für die Kompetenz der Viertklässler in den Fächern Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften über dem Mittelwert in der Europäischen Union. Unter den 45 verglichenen Staaten gibt es allerdings eine Reihe von Ländern, in denen Grundschüler deutlich besser abschneiden als in Deutschland. Zudem entscheidet bei vielen Mädchen und Jungen hierzulande immer noch der familiäre Hintergrund stark über die schulischen Leistungen.

In den Naturwissenschaften verfügt nach der sogenannten TIMMS-Untersuchung mehr als jeder fünfte Viertklässler (22 Prozent) allenfalls über ein Anfangswissen und wird in der Sekundarstufe I mit erheblichen Schwierigkeiten zu rechnen haben. Im Ländervergleich liegt Deutschland in diesem Bereich auf Platz 9. Die Liste wird angeführt von Südkorea und Finnland. Schlusslichter sind Armenien und Kuwait.

Auch in Mathematik verlässt fasst jedes fünfte Kind (19,3 Prozent) die Grundschule mit ungenügenden Kenntnissen. Im internationalen Vergleich scheiden 13 Länder besser ab als Deutschland. Hier sind Südkorea, Taiwan und Japan vorne. Besonders schlecht rechnen können demnach die Schüler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Iran und Saudi-Arabien.

Beim Lesen sieht es bei deutschen Schülern etwas besser aus als in den anderen Vergleichsfächern. Hier sind nur 15,4 Prozent der Viertklässler den Mindestanforderungen nicht gewachsen. Im Länder-Ranking kommt die Bundesrepublik hier auf Platz 13. Vorne liegt Russland gefolgt von Finnland und Nordirland. Schlusslichter sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Indonesien.

Die KMK beklagte in einer Stellungnahme, dass die Leistungsdefizite von Schulkindern aus Einwanderer-Familien immer noch erheblich seien. Die Mädchen und Jungen aus den sogenannten bildungsfernen Haushalten müssten besser gefördert werden, forderte KMK-Präsident Ties Rabe. Insgesamt zog er jedoch eine positive Gesamtbilanz: "Wie schon 2001 belegen unsere Grundschülerinnen und Grundschüler im internationalen Vergleich in allen drei Bereichen Plätze im oberen Drittel."