Erste Festnahme nach Bombenalarm in Bonner Hauptbahnhof

Dienstag, 11. Dezember 2012, 16:12 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Nach dem Bombenalarm im Bonner Hauptbahnhof hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen.

Es handele sich um Omar D., den die Bonner Staatsanwaltschaft bereits in den vergangenen Jahren wegen Terrorverdachts im Visier gehabt habe, berichtete Focus Online am Dienstag. Dessen Anwalt, Mutlu Günal, bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters die Festnahme seines Mandanten. Zum Tatvorwurf machte er allerdings keine Angaben. Aus Sicherheitskreisen verlautete jedoch, dass es im Zusammenhang mit dem Fall eine Festnahme gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft Bonn und die Kölner Polizei wollten die Festnahme nicht kommentieren.

"Wir ermitteln landesweit in alle Richtungen und wollen uns nicht einseitig festlegen", betonte ein Sprecher der Kölner Polizei. Dabei arbeite seine Behörde eng mit der Bundespolizei, dem Landeskriminalamt und anderen Sicherheitsbehörden zusammen. Es sei noch unklar, ob es sich bei dem gefundenen Gegenstand um eine zündfähige Bombe gehandelt habe. Die "Bild"-Zeitung berichtete, die Polizei gehe von einer Bombe aus und fahnde nach zwei mutmaßlichen Salafisten. Die beiden der Polizei als "terroristische Gefährder" bekannten Männer seien dringend verdächtig, die Tasche am Montag auf dem Bahnhof deponiert zu haben, hieß es in der Internetausgabe des Blattes. Zwei Schüler hätten die beiden auf Fotos erkannt. Jetzt werde in ganz Deutschland nach den Männern mit den Kampfnamen "Dahir" und "Buh" gesucht.

Der Polizeisprecher sagte dagegen, die Ermittler verfügten nicht über Material, das sie zur Fahnung an die Öffentlichkeit geben könnten. "Wir ermitteln weiter in alle Richtungen", betonte er. Auch sei noch kein Zünder gefunden worden. Zündfähiges Material habe sich aber in der verdächtigen Tasche befunden. Ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft kommentierte den Bericht der "Bild"-Zeitung nicht.

Im Sommer 2006 hatten zwei Islamisten zwei Kofferbomben auf dem Kölner Hauptbahnhof in Regionalzügen deponiert. Beide Sprengkörper explodierten wegen technischer Mängel nicht, hätten aber nach Aussagen von Experten schwere Schäden anrichten können. Einer der Männer wurde in Deutschland, der andere im Libanon verurteilt.