Sicherheitsvorkehrungen in deutschen Fußballstadien verschärft

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 16:39 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Fußball-Fans müssen sich auf schärfere Kontrollen in den Stadien der Ersten und Zweiten Bundesliga einstellen.

Das sieht das neue Sicherheitskonzept vor, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) gegen den Widerstand von Fangruppen am Mittwoch in Frankfurt beschloss. Ziel sei es, die Schutzvorkehrungen zu optimieren, gegen Rechtsbrecher individuell vorzugehen und Kollektivstrafen zu vermeiden. "Diese Beschlüsse werden dabei helfen, die Fußball-Kultur zu schützen", sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball. Die angedrohten Eingriffe bis hin zur Abschaffung von Stehplätzen seien damit vom Tisch.

In der DFL sind die insgesamt 36 Erst- und Zweitliga-Vereine zusammengeschlossen. Das neue Konzept sieht den verstärkten Einsatz von Überwachungskameras in Stadien vor. Darüber hinaus sollen die Ordnungsdienste besser qualifiziert werden und der Informationsaustausch unter den Vereinen verbessert werden. Der Einsatz von Pyrotechnik ist auch in Zukunft verboten. Das neue Konzept soll zur nächsten Spielzeit im Sommer 2013 umgesetzt und nach drei Jahren überprüft werden.

Mehrere Hundert Fans belagerten während der DFL-Mitgliederversammlung das Tagungshotel in Frankfurt. Fangruppen hatten insbesondere kritisiert, dass bestimmte Begegnungen künftig als Risikospiele eingestuft werden können. Die Innenminister von Bund und Ländern hatten die DFL ultimativ aufgefordert, gegen die zunehmende Gewalt in und um Fußball-Stadien vorzugehen.