Ausbildungspakt soll Zahl der Pflegekräfte erhöhen

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 17:41 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Mangel an Pflegekräften in Deutschland soll mit einem Ausbildungspakt bekämpft werden.

Mit der am Donnerstag in Berlin unterzeichneten Offensive von Bund, Ländern, Verbänden, Gewerkschaften und der Bundesagentur für Arbeit sollen innerhalb von drei Jahren die Ausbildungszahlen im Pflegebereich jährlich um zehn Prozent gesteigert werden. Die Umschulung zur Pflegekraft etwa soll wieder über einen Zeitraum von drei Jahren durch die BA gefördert werden. Bis zu 4000 Pflegehelferinnen werden zudem zur Altenpflegekraft qualifiziert.

Darüber hinaus sieht der Pakt eine Weiterentwicklung der Pflegeberufe vor. Die Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen soll erleichtert werden. Die Arbeitsbedingungen sollen verbessert werden und etwa Familie und Beruf besser vereinbar sein. Um die Bedeutung des Berufsfeldes hervorzuheben, ist eine Kampagne geplant. Aber auch eine leistungsgerechte Vergütung und eine bessere Gesundheitsförderung sind vorgesehen.

Die Bundesregierung rechnet, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2030 um knapp 40 Prozent auf 3,4 Millionen steigen wird. Einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge wird bis zum Jahr 2025 der Bedarf an Altenpflegekräften im Vergleich zu 2010 um 180.000 Vollzeitarbeitskräfte ansteigen, was einem Zuwachs um 28 Prozent entspricht. Der Bedarf könne schon jetzt nicht mehr durch Fachkräfte aus dem Inland oder aus EU-Mitgliedstaaten gedeckt werden.