Koalition verständigt sich auf Konzept zur Krankheitsvorbeugung

Freitag, 14. Dezember 2012, 11:23 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die schwarz-gelbe Koalition hat sich auf eine Strategie zur besseren Krankheitsvorbeugung verständigt.

Vorgesehen ist, dass sich Bund, Länder, Kommunen, Ärzte, Krankenkassen, Verbände und Sozialversicherungen künftig über vordringliche Ziele bei der Gesundheitsförderung verständigen. Dazu solle beim Gesundheitsministerium eine sogenannte Präventionskonferenz eingerichtet werden, wie Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr mitteilte.

Nach Angaben von Unions-Gesundheitsexperte Jens Spahn ist zudem Ziel, dass im Bundestag konkrete Gesundheitsziele beraten werden. Dies könne etwa eine Verminderung der Diabetes-Erkrankungen um zehn Prozent oder der psychischen Leiden am Arbeitsplatz um 20 Prozent umfassen. Die Krankenkassen würden verpflichtet, die Ziele umzusetzen.

Zudem ist in dem Reuters vorliegenden Eckpunktepapier vorgesehen, dass die Krankenkassen künftig sechs Euro pro Jahr je Versichertem für Prävention ausgeben. Mindestens zwei Euro davon sollen in die Gesundheitsförderung in den Betrieben fließen. Für Gesundheitsmaßnahmen etwa in Wohngebieten, Schulen und Kindergärten soll mindestens ein Euro aufgebracht werden. Auf diese Weise sollen laut dem Konzept auch sozial benachteiligte Gruppen erreicht werden.

Die lange angekündigte Präventionsstrategie ist eines der letzten großen Vorhaben im Gesundheitssektor der schwarz-gelben Koalition in dieser Legislaturperiode. Ziel ist es, über eine gesundheitsbewusste Lebensweise ernährungsbedingte Krankheiten einzudämmen.