Merkel vergrößert nach SPD-Parteitag Vorsprung auf Steinbrück

Freitag, 14. Dezember 2012, 14:15 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Peer Steinbrück gelingt es auch nach seiner Nominierung zum SPD-Kanzlerkandidaten nicht, an der Beliebtheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu kratzen.

Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer konnte die CDU-Chefin den Abstand zu ihrem Herausforderer im Vergleich zum Vormonat um vier Prozentpunkte vergrößern. Demnach wünschten sich im Dezember 54 Prozent der Wähler Merkel als Regierungschefin. Für den mit der Debatte über seine Redehonorare ringenden Steinbrück votierten trotz der großen Aufmerksamkeit durch den Nominierungsparteitag in der ZDF-Umfrage lediglich 36 Prozent.

Auch in der Sonntagsfrage kann die Union um zwei Punkte auf 40 Prozent zulegen. Die SPD würden nun 30 Prozent wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, ein Plus um einen Punkt. Die Grünen geben einen Punkt ab und kommen auf 13 Prozent. Trotz des großen Vorsprungs der Union reicht es für Schwarz-Gelb nicht, denn die FDP verpasst der Erhebung zufolge abermals mit vier Prozent den Einzug in den Bundestag. Noch deutlicher scheitert die Piratenpartei an der Fünf-Prozent-Hürde: Sie stürzt von einstmals zweistelligen Umfrageergebnissen auf jetzt drei Prozent ab. Die Linkspartei liegt stabil bei sieben Prozent.

Im Wahlkampf will die SPD mit der sozialen Frage punkten, wie Steinbrück in seiner Nominierungsrede betont hatte. Hier müssen die Sozialdemokraten noch zulegen. Nur 27 Prozent der Befragten glauben, mit Rot-Grün würde es sozial gerechter zugehen. 55 erwarten dagegen, dass sich bei einem Regierungswechsel nichts wesentliches ändern würde. Zwölf Prozent rechnen gar mit einer Verschlechterung.

Jeder dritte Wähler glaubt, dass es in Deutschland seit Bildung der schwarz-gelben Regierung weniger sozial gerecht zugeht. Die Mehrheit mit 55 Prozent nimmt auch hier keine Veränderungen im Vergleich zu früheren Zuständen wahr. Nur acht Prozent meinen, seitdem Merkel die SPD gegen die FDP als Koalitionspartner ausgetauscht hat, gehe es sozial gerechter zu.

Für das Politbarometer hatte die Forschungsgruppe Wahlen vom 11. bis zum 13. Dezember 1280 Wahlberechtigte repräsentativ befragt.

 
Germany's Chancellor Angela Merkel arrives at a European Union leaders summit, in Brussels December 14, 2012. REUTERS/Sebastien Pirlet (BELGIUM - Tags: POLITICS BUSINESS)