CDU-Politiker zu Deutsche Bank - Niemand steht über Rechtsstaat

Montag, 17. Dezember 2012, 09:58 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Beschwerde von Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen bei der hessischen Landesregierung über die Großrazzia in der vergangenen Woche brüskiert die Politik.

"Niemand steht in Deutschland über dem Rechtsstaat", sagte Unionsfraktionsvizechef Michael Meister dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). "Herr Fitschen macht den Eindruck, dass er das nicht verstanden hat." Der Manager solle auch in seiner künftigen Funktion als Präsident des Bankenverbandes BdB schnell klarstellen, dass er Recht und Gesetz achte. Fitschen übernimmt den Posten im Frühjahr.

Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause gehören zu den 25 Mitarbeitern der Deutschen Bank, gegen die in der Affäre um Steuerbetrug im Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten ermittelt wird. Am vergangenen Mittwoch hatten rund 500 Polizisten und Steuerfahnder die Frankfurter Zentrale der Bank durchsucht. Dem "Spiegel" zufolge beschwerte sich Fitschen in einem Anruf beim hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier über den Einsatz. Es habe eine verheerende Wirkung auf das Außenbild der Bank, wenn Bilder und Berichte von bewaffneten Polizisten in dem Geldhaus um die Welt gingen. Die Deutsche Bank bestätigte den Anruf, wollte sich zum Inhalt des Gesprächs aber nicht äußern.

Deutschlands größtes Geldhaus kämpft derzeit gleich an mehreren Fronten: Dazu zählt auch die Verstrickung in den Skandal um Zinsmanipulationen, die zu einer hohen Strafzahlung führen könnte.

 
Police officers stand inside the lobby of the headquarters of Germany's largest business bank, Deutsche Bank AG in Frankfurt December 12, 2012. REUTERS/Kai Pfaffenbach