Ärzte an kommunalen Kliniken verlangen sechs Prozent mehr Gehalt

Dienstag, 18. Dezember 2012, 12:26 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Gewerkschaft Marburger Bund fordert für die rund 50.000 Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern sechs Prozent mehr Gehalt

Die Forderung sei am Dienstag der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) zugestellt worden, sagte Gewerkschaftschef Rudolf Henke in Berlin. "Sechs Prozent passen in die Zeit, sechs Prozent sind auch wirtschaftlich vertretbar", betonte er. Die erste Verhandlungsrunde ist für den 10. Januar geplant. Im März steht zudem eine Tarifrunde für die Ärzte an den Unikliniken an. In der Vergangenheit hatte es oft harte Verhandlungen gegeben. Dabei hat der Marburger Bund wiederholt zu Streik- und Protestmaßnahmen gegriffen, um seine Forderung durchzusetzen.

Wenn zwei Milliarden Euro zur Abschaffung der Praxisgebühr zur Verfügung stünden, sei auch Geld da, um deutliche Tarifsteigerungen in den Krankenhäusern zu finanzieren, sagte Gewerkschaftschef Henke. Die Behandlung kranker Menschen dürfe nicht schlechter bezahlt werden als die Entwicklung neuer Finanzprodukte. Insgesamt würde seinen Angaben zufolge eine Lohnerhöhung für die Ärzte um sechs Prozent rund 180 Millionen Euro kosten.

Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft eine Verringerung der Arbeitsbelastung der Ärzte. Diese sei durch die Vielzahl unbesetzter Stellen weiter gestiegen, sagte Henke. Die wöchentliche Höchstarbeitsgrenze müsse reduziert werden. Der Tarifvertrag lässt die Überschreitung der gesetzlichen Obergrenze von 48 Stunden auf 60 Stunden pro Woche zu, wenn darin in größerem Umfang Bereitschaftsdienste enthalten sind. Diese Regelung hat der Marburger Bund gekündigt.