Regierungsbericht - Kosten bleiben Kernproblem der Energiewende

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 14:59 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Regierung sieht in den steigenden Preisen für Verbraucher und Industrie auch zukünftig das zentrale Problem der Energiewende.

"Eine Herausforderung bleibt die steigenden Energiekostenbelastung", heißt es in einer ersten Bilanz der Regierung nach dem Atomausstiegsbeschluss, den das Kabinett am Mittwoch beriet. Man werde mit Nachdruck darauf achten, dass die Kosten im Rahmen bleiben werden. "Wenn auch in Einzelfällen die Belastungsfähigkeit bestimmter Verbrauchergruppen mit Energiekosten an Grenzen stößt, war insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit beziehungsweise die Bezahlbarkeit der Energieversorgung gewährleist", heißt es.

Der Bericht ist eine Art Eröffnungsbilanz der Energiewende, die von der Regierung selbst aufgestellt wurde. Diesen Bericht "Energie der Zukunft" hat sie wiederum von einer vierköpfigen Expertenkommission untersuchen lassen, die allerdings die Fortschritte bei der Energiewende deutlich kritischer sieht. Besonders beim Sparen von Energie müsse die Regierung nachbessern, heißt es in dem Kommissionsbericht.

Die Regierung lobt sich in zentralen Bereichen: Der Energieverbrauch gehe ebenso zurück wie die Treibhausgasemissionen, die Versorgungssicherheit sei gewährleistet, und Ökostrom gewinne immer mehr an Bedeutung. Die Regierung sei bei der Umsetzung der Energiewende "ein gutes Stück" vorangekommen. Vorsichtig äußerte sich der Bericht zu den gesamtwirtschaftlichen Wirkungen des Prozesses: Einerseits gebe es positive Effekte auf Innovation, Investitionen, Beschäftigung sowie durch die Vermeidung von Energieimporten. Dem müssten die steigenden Strompreise und deren dämpfende Wirkung auf den Konsum entgegengehalten werden.

 
A corn field in front of wind turbines at the western town of Fuechtorf September 9, 2012. REUTERS/Ina Fassbender (GERMANY - Tags: AGRICULTURE ENERGY)