Naturschützer - Aigner ist "Dinosaurier des Jahres"

Donnerstag, 27. Dezember 2012, 14:37 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner ist nach Ansicht des Naturschutzbundes Deutschland der "Dinosaurier des Jahres" und damit der größte politische Umweltsünder 2012.

Der Nabu begründete am Donnerstag die Vergabe der Negativauszeichnung mit der seiner Ansicht nach "rückwärtsgewandten Klientelpolitik" der CSU-Politikerin. "Dies betrifft insbesondere ihr Festhalten an einer umweltschädlichen Agrarpolitik und ihr enttäuschendes Engagement für ein besseres Tierschutzgesetz", erklärte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Aigner erfülle vor allen die Wünsche der Agrarindustrie und des Deutschen Bauernverbandes. Das Ministerium wertete die Preisverleihung als billigen PR-Gag.

Der Nabu warf Aigner vor, an den Milliardensubventionen der Europäischen Union für die Landwirtschaft nach dem Gießkannenprinzip festzuhalten. Damit würden auch Betriebe gefördert, die der Umwelt durch großflächigen Maisanbau, Pestizideinsatz oder Massentierhaltung schadeten. Dagegen sperre sich Aigner gegen das von der EU-Kommission geforderte "Greening", nach dem sieben Prozent der Ackerflächen in ökologische Ausgleichsflächen umgewandelt werden sollten. Aus Sicht des Ministeriums bedeutet das Greening einen enormen bürokratischen Aufwand und bringe kaum etwas.

Beim in diesem Monat verabschiedeten Tierschutzgesetz hatte Aigner eine Verschärfung der Vorschriften bei Ferkelkastration und bei Brandzeichen nicht erreichen können. Tierschützer hatten ihr daraufhin vorgeworfen, vor der Agrar-Lobby umgekippt zu sein.

Der Sprecher von Aigner warf dem Nabu vor, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen. Deutschland lehne zwar das Greening ab, unterstütze aber die EU-Ziele für mehr Umweltleistungen. Auch auf nationaler Ebene werde Umweltschutz gefördert.

 
German Agriculture Minister Ilse Aigner is pictured during the opening of the school contest "Class, Cook!" in Hamburg October 1, 2012. REUTERS/Fabian Bimmer