Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe bei Organ-Transplantationen

Mittwoch, 2. Januar 2013, 18:00 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Staatsanwaltschaft schaltet sich in den Skandal um Manipulationen bei Organ-Transplantationen am Universitätsklinikum Leipzig ein.

"Wir haben auf der Grundlage der Pressemitteilung des Leipziger Universitätsklinikums ein Prüfverfahren eingeleitet", sagte der Leipziger Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Mittwoch. Es solle festgestellt werden, ob genügend Hinweise auf eine Straftat und damit Gründe für reguläre Ermittlungen vorlägen.

Die Klinik hatte am Neujahrstag bekannt gegeben, dass bei einer erheblichen Anzahl Patienten, die auf ein Spender-Organ warteten, die Krankenakte gefälscht wurde. Damit wurden die Patienten in der Warteliste für Organ-Empfänger höher gestuft. Der Direktor der Transplantationschirurgie sowie zwei Oberärzte wurden von der Klinikleitung von ihren Aufgaben entbunden.

Damit zieht der Skandal um Manipulationen der Wartelisten für Organ-Empfänger weitere Kreise. Auch in den Universitätskliniken von Göttingen und Regensburg stehen Mediziner in Verdacht, mit falschen Angaben die Priorität für Transplantationen bestimmter Organ-Empfänger erhöht zu haben. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums erklärte dazu, bislang seien zehn von 47 Transplantationszentren in Deutschland überprüft worden. Dabei seien in den nun drei bekannten Fällen Auffälligkeiten herausgekommen. Im Laufe des Jahres sollten weitere Kliniken überprüft werden.

 
REUTERS/Fabrizio Bensch (GERMANY)