Schuldenkrise lässt Griechen und Spanier in Deutschland arbeiten

Donnerstag, 3. Januar 2013, 13:16 Uhr
 

Nürnberg (Reuters) - Die Schuldenkrise lässt immer mehr Griechen, Spanier, Portugiesen und Italiener nach einer Arbeit in Deutschland suchen.

Die Zahl der Beschäftigten aus den vier Euro-Krisenstaaten legte binnen Jahresfrist um 33.000 oder 7,6 Prozent zu, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. Die Beschäftigung von Spaniern legte um 15,8 Prozent auf rund 49.400 im Oktober 2012 zu, für Griechen kletterte sie um 10,8 Prozent auf 123.300. Die Zahlen stiegen damit weitaus rasanter als die Gesamtzahl aller Arbeitnehmer und 400-Euro-Jobber in Deutschland, die um 1,1 Prozent auf rund 34,5 Millionen zulegte.

Düstere Aussichten für Griechenland und Spanien lassen vermuten, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Nach einer Prognose der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young wird die ohnehin hohe Arbeitslosenquote in Griechenland in diesem Jahr auf 28 Prozent schnellen. Kaum besser sieht es für Spanien aus, für das eine Arbeitslosenquote von 27 Prozent erwartet wird.

STÄRKSTER ZUWACHS AUS EU-BEITRITTSSTAATEN

Noch stärker legte die Beschäftigung allerdings aus den acht EU-Beitrittsstaaten zu, für die im Mai 2011 die letzen Schranken zum deutschen Arbeitsmarkt gefallen waren. Die Zahl der Beschäftigten aus diesen Ländern stieg laut BA im Jahresvergleich um 88.000 oder 31 Prozent. Dabei handelt es sich um Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen.