Rösler gegen Aigner - Vorstoß für Verstaatlichung von Stromtrassen

Dienstag, 8. Januar 2013, 08:31 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat den Vorschlag von Verbraucherministerin Ilse Aigner für eine Verstaatlichung von Stromtrassen zurückgewiesen.

"Das ist mit der FDP nicht zu machen", sagte der FDP-Chef der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe). Den Vorstoß der CSU-Ministerin nannte er eine "abwegige Idee". Es sei ein Irrglaube, den Staat für den besseren Unternehmer zu halten. Es bleibe für ihn dabei, dass der Ausbau und Betrieb der Stromnetze eine Aufgabe der Wirtschaft sei. Für den Netzausbau sei zudem eine ausreichende Finanzierungsbereitschaft der Netzbetreiber und anderer Investoren vorhanden. Die Regierung habe einen wirtschaftlich attraktiven und investitionsfreudigen Rahmen geschaffen.

Vor dem Hintergrund der Energiewende zeigte sich die Bundesregierung über ihren Umgang mit den Stromnetzbetreibern zuletzt uneins. Während Kanzlerin Angela Merkel die Unternehmen in der Pflicht sieht, brachte Aigner am Wochenende eine Verstaatlichung von Trassen ins Gespräch. Wegen des Atomausstiegs müssen in Deutschland Tausende Kilometer Hochspannungsleitungen gebaut werden. Vor allem bei der Anbindung von Windkraftwerken auf hoher See gibt es Verzögerungen.

 
Power poles and power lines are seen in Hamburg September 28, 2012. Reuters/Fabian Bimmer (GERMANY - Tags: BUSINESS ENERGY)