FDP in Umfrage auf zwei Prozent abgestürzt

Mittwoch, 9. Januar 2013, 10:08 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die im Führungsstreit gefangene FDP verliert einer Umfrage zufolge immer stärker in der Wählergunst.

In dem am Mittwoch veröffentlichten stern-RTL-Wahltrend kommen die Liberalen bundesweit nur noch auf zwei Prozent. In der Forsa-Umfrage vor Weihnachten lagen sie noch bei vier Prozent. Profitieren davon kann nach Einschätzung von Forsa-Chef Manfred Güllner die Union, die um einen Punkt auf einen Rekordwert von 42 Prozent zulegt. Fast die Hälfte der liberalen Wähler von 2009 würden sich jetzt für CDU/CSU entscheiden, sagte Güllner dem Magazin "Stern" laut Vorabbericht.

Die Umfrage unter 1503 Wahlberechtigten wurde vom 2. bis 4. Januar und damit vor dem Dreikönigstreffen der FDP geführt, auf dem der Führungsstreit beigelegt werden sollte. Doch statt der erhofften Geschlossenheit zu Beginn des Wahljahres wurde die Personaldebatte um Parteichef Philipp Rösler auf dem Treffen fortgesetzt. Rösler steht angesichts der schlechten Umfrageergebnisse massiv unter Druck. Als entscheidend für sein politisches Schicksal gilt die Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar, wo die FDP um den Wiedereinzug ins Parlament bangen muss.

Für die Union sind die 42 Prozent der höchste Wert, den Forsa für CDU/CSU seit Beginn der Kanzlerschaft von CDU-Chefin Angela Merkel ermittelt hat. Damit ist die Union alleine stärker als SPD und Grüne zusammen, die gemeinsam auf 40 Prozent kommen. Die SPD büßt im wöchentlichen Wahltrend zwei Punkte auf 25 Prozent ein, die Grünen dagegen legen um zwei Punkte auf 15 Prozent zu. Güllner sagte, der SPD schade vor allem die Kritik ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück am Kanzlergehalt. "Die Menschen sehen ihn mittlerweile eher negativ", sagte Güllner. Als Gerhard Schröder 1998 Kanzlerkandidat wurde, habe das einen Sog zur SPD ausgelöst. "Steinbrück dagegen zieht die Partei nach unten", sagte der Meinungsforscher dem "Stern".

 
Leader of Germany's Free Democratic party (FDP) Philipp Roesler looks on during the traditional FDP epiphany meeting in Stuttgart January 6, 2013. With its novice leader under fire, the liberal, pro-business party meets in Stuttgart this weekend to try to stop the rot before a general election that could wipe it out. Much of the FDP's internal strife centres on 39-year-old Vietnamese-born leader Philipp Roesler, whose attempt to inject new dynamism on taking over in May 2011 failed spectacularly. REUTERS/Ralph Orlowski (GERMANY - Tags: POLITICS)