BER-Eigentümer wollen weiter im Einvernehmen entscheiden

Mittwoch, 9. Januar 2013, 19:07 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg wollen die Probleme beim neuen Hauptstadtflughafen BER nach eigenem Bekunden weiter gemeinsam angehen.

Alle erforderlichen Entscheidungen sollten im Aufsichtsrat einvernehmlich fallen, hieß es am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung der Gesellschafter. "Es ist im gesamtstaatlichen Interesse, das Flughafenprojekt erfolgreich zu Ende zu bringen." Ob es bei den Beratungen auch über die Besetzung der Aufsichtsratsspitze ging, war zunächst unklar.

Nach den neuen Verzögerungen beim Flughafen will der Berliner Regierungschef Klaus Wowereit das Amt des Chefaufsehers an seinen brandenburgischen Kollegen Matthias Platzeck abgeben. Koalitionskreisen zufolge würde auch das Bundesverkehrsministerium Platzeck mittragen, während das Finanzressort lieber einen unabhängigen Fachmann sehen würde. Berlin und Brandenburg haben zwar eine Mehrheit im Aufsichtsrat. Wichtige Entscheidungen wie die Besetzung des Chefs des Gremiums werden aber normalerweise einvernehmlich getroffen.

Am Wochenende war bekanntgeworden, dass der geplante Eröffnungstermin im Oktober 2013 für den Berliner Flughafen nicht mehr zu halten ist und frühestens im kommenden Jahr eine Inbetriebnahme infrage kommt. Wegen immer neuer Pannen bei dem Projekt steht Wowereit besonders in der Kritik.