Laut Umfragen knappes Rennen bei Niedersachsen-Wahl

Donnerstag, 10. Januar 2013, 16:30 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bei der Wahl in Niedersachsen am 20. Januar zeichnet sich zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

Die krisengeplagte FDP schafft es zwei Umfragen vom Donnerstag zufolge wieder in den Landtag.

Dem ZDF-Politbarometer zufolge kommt die CDU auf 39 Prozent und die FDP auf fünf Prozent. Die Liberalen verbesserten sich im Vergleich zu Dezember um einen Punkt, während die CDU unverändert bleibt. Die SPD legt um einen Punkt auf 33 Prozent zu und wird zweitstärkste Kraft. Die Grünen halten sich stabil bei 13 Prozent. Rot-Grün hätte mit 46 Prozent eine knappe Mehrheit vor Schwarz-Gelb mit 44 Prozent. Linke und Piraten scheitern mit je drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GMS im Auftrag der CDU-Niedersachsen liegen beide Lager mit je 46 Prozent sogar gleichauf. Die CDU kommt danach auf 41 und die FDP auf fünf Prozent. Die SPD erringt 33 und die Grünen schneiden mit 13 Prozent ab. Linkspartei und Piraten erreichen je drei Prozent.

STIMMUNGSBILD VOR TV-DUELL

Grund für die zeitliche Platzierung der Umfragen ist das TV-Duell, das sich Ministerpräsident David McAllister (CDU) und SPD-Herausforderer Stephan Weil am Donnerstagabend im NDR-Fernsehen liefern wollten. Der ZDF-Umfrage zufolge wissen 42 Prozent der niedersächsischen Bürger noch nicht, wen sie wählen wollen.

Die bundesweit im Umfragetief steckende FDP hofft durch den nach oben zeigenden Trend auf weiteren Auftrieb. Sie setzt darauf, dass potenziellen Wählern dadurch das Signal gegeben wird, dass die Stimme für die Liberalen nicht verschenkt und sogar eine Machtoption damit verbunden ist. Wahlforschern zufolge entscheiden sich die Wähler der FDP meist spät und treffen ihre Entscheidung sehr stark nach taktischen Erwägungen. "Die Umfragen zeigen, dass es die FDP aus eigener Kraft schaffen kann", sagte Niedersachsens CDU-Generalsekretär Ulf Thiele.

Die FDP hofft gleichwohl auf Zweitstimmen von CDU-Anhängern, die auf diese Weise eine Neuauflage der schwarz-gelben Regierung sicherstellen wollen. "Nur die Wahl der FDP garantiert die Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition im Land und damit den Erfolg für beide Parteien, die CDU und die Liberalen", sagte FDP-Chef Philipp Rösler der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Abstimmung gilt als Schicksalswahl für den aus Niedersachsen stammenden Bundesvorsitzenden.

Das ZDF betonte, die Projektionswerte der Umfrage gäben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder. Da es auch einen statistischen Fehlerbereich gebe, könne nicht zuverlässig gesagt werden, ob die FDP die Fünf-Prozent-Marke überspringe oder daran scheitere.   Fortsetzung...

 
Lower Saxony federal state premier and top candidate of the CDU in the federal state elections David McAllister gestures during his speech during the CDU's initial election campaign event in Brunswick, January 5, 2013. REUTERS/Morris Mac Matzen (GERMANY - Tags: POLITICS ELECTIONS)