Merkel lobt Rolle der Gewerkschaften bei Krisenbewältigung

Samstag, 12. Januar 2013, 12:51 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Rolle der Gewerkschaften bei der Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise gelobt.

Bei der Überwindung der Euro-Schuldenkrise hätten die Gewerkschaften sich ausgesprochen konstruktiv und positiv verhalten, sagte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. Dabei habe sich gezeigt, "dass deutsche Gewerkschafter nicht nur an deutsche Interessen denken, sondern sich genauso, wie wir das politisch sehen, in Europa zu Hause fühlen und Europa als unsere gemeinsame Zukunft ansehen". Die Gewerkschaften hätten auch einen Anteil daran, dass die Beschäftigungslage in Deutschland so gut sei wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Kritik äußerte Merkel allerdings an den Forderungen der Gewerkschaften nach Steuererhöhungen und einem gesetzlichen Mindestlohn. Am Dienstag ist die Kanzlerin Gast bei der Klausurtagung des DGB-Bundesvorstands.

Steuererhöhungen lehnte Merkel erneut ab. Das würde in der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage Beschäftigung und Arbeitsplätze gefährden. Kritisch werde sie sich mit den Gewerkschaften bei dem Treffen auch darüber auseinandersetzen, "ob wir einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn brauchen". Die CDU-Vorsitzende plädierte für variable Strukturen, "in denen die Tarifpartner zwar überall faire untere Lohngrenzen vereinbaren, aber nicht einen einheitlichen Mindestlohn anstreben".

 
German Chancellor and Christian Democratic Union (CDU) party leader Angela Merkel delivers her speech. REUTERS/Fabian Bimmer (GERMANY - Tags: POLITICS ELECTIONS HEADSHOT)