De Maiziere: Nach 2014 kein völliger US-Abzug aus Afghanistan

Sonntag, 13. Januar 2013, 14:59 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Verteidigungsminister Thomas de Maiziere rechnet nach eigenen Worten nicht mit einem vollständigen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan nach dem Jahr 2014.

Die Nato habe sich im vergangenen Jahr auf eine militärische Komponente beim Wiederaufbau des Landes geeinigt, sagte der Minister der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe). Es könne nur um die Truppenstärke und "nicht um einen Ausstieg" gehen. Die Überlegungen über einen Beitrag der Bundeswehr nach dem kommenden Jahr seien noch in den Anfängen, sagte der Minister.

Auch die genaue Rolle der US-Truppen ist noch offen. Die USA erwägen, ein Kontingent zwischen 3000 und 9000 Soldaten in Afghanistan zu lassen. Sie sollen vor allem im Kampf gegen Extremisten sowie bei der Ausbildung afghanischer Truppen eingesetzt werden. Derzeit sind 66.000 US-Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Präsident Barack Obama hatte am Freitag nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai erklärt, dass die Truppen vom Frühjahr an nur noch eine unterstützende Rolle einnehmen.

Die Regierungen der USA und Afghanistans unterstützen die Bemühungen, mit den Taliban Frieden zu schließen. Die radikalen Islamisten wurden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 mit einem internationalen Einsatz gestürzt. Noch heute gibt es immer wieder Anschläge der Extremisten, die gegen die afghanische Regierung, die Streitkräfte und die internationalen Verbündeten kämpfen.

 
REUTERS/Hazir Reka (KOSOVO - Tags: POLITICS MILITARY)