Bundesregierung prüft Unterstützung Frankreichs in Mali-Einsatz

Montag, 14. Januar 2013, 16:30 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung prüft eine Unterstützung Frankreichs bei dessen Militäreinsatz in Mali.

Dabei gehe es um Hilfe jenseits von militärischen Kampfhandlungen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Dies könne medizinische, logistische und humanitäre Unterstützung sein. Regierungssprecher Steffen Seibert ergänzte, bislang gebe es keine Hilfsanfrage an die Bundesregierung, auch nicht vom westafrikanischen Regionalbündnis Ecowas. Ein Kampfeinsatz der Bundeswehr sei ausgeschlossen, betonte Seibert.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle setze sich dafür ein, dass die Planungen für einen EU-Einsatz für eine Ausbildung der malischen Armee beschleunigt würden, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes. Daher plädiere Westerwelle für eine Sondersitzung der EU-Außenminister zu Mali. Die Europäische Union erwägt die Entsendung von 200 Soldaten nach Mali, um die Regierungstruppen schulen. Die Bundesregierung knüpft einen Einsatz der Bundeswehr in Mali an die Bedingung, dass daraus kein Kampfeinsatz wird.

Das Eingreifen Frankreichs in dem afrikanischen Land sei richtig, sagte Westerwelles Sprecher. Die Lage in Mali müsse so schnell wie möglich stabilisiert werden. "Für die Bundesregierung ist klar, dass Deutschland Frankreich nicht alleinlässt", sagte der Sprecher. Die Lage habe sich durch den versuchten Vorstoß von Islamisten auf die Hauptstadt Bamako im Süden verändert. Darauf müsse man entsprechend reagieren.

Frankreich hatte am Freitag in die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den der Al-Kaida nahestehenden Aufständischen eingegriffen. Die Rebellen sollen am Vormarsch auf die Hauptstadt Bamako gehindert werden.