Merkel warnt vor Missbrauch von Werkverträgen

Dienstag, 15. Januar 2013, 16:10 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Kanzlerin Angela Merkel hat angekündigt, dass sich die Bundesregierung stärker um Missbrauch mit sogenannten Werkverträgen kümmern will.

Die Bedeutung des Themas wachse, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes am Dienstag in Berlin. "Hier werden wir in Zukunft ein Auge drauf haben müssen, weil immer öfter Werkverträge ein Umgehungstatbestand sein können für vernünftige tarifvertragliche Abmachungen."

Die Gewerkschaften warnen seit Monaten davor, dass Unternehmen immer häufiger Werkverträge abschließen, um Löhne zu drücken. Dabei schließen Firmen laut IG Metall Verträge mit Unternehmen, die industrielle Dienstleistungen anbieten. Typisch für diese Dienstleistungen ist, dass für sie keine Qualifikation im Betrieb notwendig ist und sie haben keinen unmittelbaren Bezug zur Produktion haben. Die Gewerkschaften beklagen, dass die Werkverträge anders als die Leiharbeit nicht reguliert und tarifvertraglich erfasst seien und kein Mindestlohn gezahlt werde.

 
German Chancellor Angela Merkel briefs the media after visiting a board meeting of Germany's labour union association DGB in Berlin, January 15, 2013. REUTERS/Thomas Peter