Steinbrücks Ansehen schrumpft weiter

Mittwoch, 16. Januar 2013, 08:56 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Trotz der Vorstöße der SPD zum Mietrecht und Kindergeld ist das Ansehen von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück einer Umfrage zufolge weiter gesunken.

Im direkten Vergleich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel würden sich nur noch 18 Prozent für Steinbrück entscheiden, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Wahltrend von "stern" und RTL hervorgeht. Das sind vier Prozentpunkte weniger als in der Woche zuvor. Merkels Beliebtheit steigt dagegen um einen Punkt an: 59 Prozent der Bürger würden die Amtsinhaberin direkt wählen, wenn dies möglich wäre.

Das schwindende Ansehen ihres Kanzlerkandidaten hat auch die SPD weiter nach unten gezogen. Im Vergleich zur Vorwoche verliert die Partei trotz des Versuchs, den Fokus wieder auf Sachthemen zu richten, zwei Prozentpunkte auf 23 Prozent und sinkt damit auf den niedrigsten Wert seit Juli 2011. Die Union legt dagegen weiter zu und erreicht mit 43 Prozent den höchsten Stand unter Kanzlerin Merkel. Die Werte der FDP erholen sich auf drei Prozent, die Grünen fallen um einen Punkt auf 14 Prozent, die Linke gibt ebenfalls einen Punkt ab auf acht Prozent.

Der Chef des Marktforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, führte den weiteren Stimmenverlust der SPD auf die anhaltende Debatte um ihren Kanzlerkandidaten zurück: "Die ducken sich weg und mögen sich nicht zu ihrer Partei bekennen." Für Kritik hatte vor allem die von Steinbrück ausgelöste Debatte über das Kanzlergehalt gesorgt. Punkten wollte die Partei zuletzt mit Vorstößen zu bezahlbarem Wohnraum, einer Reform des Kindergelds und dem Kampf gegen Steuerbetrüger.

Forsa befragte in der Zeit vom 7. bis zum 11. Januar rund 2500 Bürger.

 
Peer Steinbrueck, Social Demrocratic (SPD) top candidate for the 2013 German general elections delivers his speech during an election campaign with Lower Saxony's Social Democratic top candidate Stephan Weil (not pictured) in Emden, January 4, 2013. State elections in Lower Saxony will be hold on January 20. REUTERS/Fabian Bimmer (GERMANY - Tags: POLITICS)