Bundestagspräsident bemängelt deutsche Hilfe für Mali-Einsatz

Samstag, 19. Januar 2013, 12:51 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die deutsche Unterstützung für den französischen Militäreinsatz in Mali als unzureichend kritisiert.

Die Entsendung zweier Transall-Flugzeuge reiche sicher nicht aus, sagte der CDU-Politiker der "Saarbrücker Zeitung" (Samstagausgabe). "Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendjemand das für den deutschen Beitrag hält." Er verstehe die Entsendung "eher als ein erstes demonstratives Signal", dass sich Deutschland nicht ähnlich wie im Fall Libyen zurückhalte. Was Deutschland am Ende wirklich in und für Mali leiste, werde Gegenstand der weiteren Entwicklung und von Verhandlungen sein. Frankreich unterstützt das westafrikanische Land im Kampf gegen islamistische Rebellen und hat etwa 1800 Soldaten in seine ehemalige Kolonie verlegt.

Die zur logistischen Unterstützung des Militäreinsatzes in Mali zugesagten deutschen Transall-Flugzeuge sollen im Tagesverlauf in der Hauptstadt Bamako eintreffen. Deutschland hat zugesagt, Truppen aus Staaten der Westafrikanischen Wirtschaftsunion (Ecowas) nach Bamako zu fliegen. Einen Kampfeinsatz deutscher Soldaten in Mali hat die Bundesregierung ausgeschlossen. Auch die USA und Großbritannien wollen mit Transportflugzeugen helfen.

 
A French convoy leaves the Mali air force base near Bamako January 18, 2013. REUTERS/Eric Gaillard (MALI - Tags: CIVIL UNREST CONFLICT MILITARY)