Kubicki - Kein vorgezogener FDP-Parteitag mehr nötig

Sonntag, 20. Januar 2013, 18:49 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Nach dem Rekordergebnis bei der Landtagswahl in Niedersachsen hat FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki dem umstrittenen Parteichef Philipp Rösler den Rücken gestärkt.

"Ich hoffe und wünsche mir, dass die Debatte um meinen Parteivorsitzenden etwas mehr an Ruhe gewinnt", sagte Kubicki am Sonntagabend im ZDF in Hannover. "Wir müssen nicht heute abend bereits Entscheidungen treffen." Kubicki betonte, es sei nicht nötig - wie von anderen führenden Parteimitgliedern gefordert - den für Mai geplanten Bundesparteitag vorzuziehen, um die Parteispitze neu aufzustellen. "Nach dem heutigen Wahltag, bin ich sicher, dass es keinen Sinn macht, vorher Entscheidungen zu treffen."

Zudem signalisierte der FDP-Fraktionschef in Schleswig-Holstein, dass Rösler bei einer weiteren Kandidatur als Parteichef mit seiner Stimme rechnen könne. "Wenn er wieder antritt, wovon ich ausgehe, werde ich ihn auch unterstützen", sagte Kubicki.

Hätte die FDP den Einzug in den Landtag verpasst, hätte Rösler nach Einschätzung vieler Experten wohl seinen Hut als Parteichef nehmen müssen. Nach ersten Hochrechnungen erzielten die Liberalen jedoch ein Rekordergebnis von mehr als neun Prozent. Offen war zunächst, ob dies für ein Weiterregieren mit der CDU reicht. In den Hochrechnungen von ARD und ZDF zeichnete sich eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme für Schwarz-Gelb ab.