Höhere Tabaksteuer sorgt für weniger blauen Dunst in Deutschland

Montag, 21. Januar 2013, 16:33 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Höhere Tabaksteuern haben vielen Deutschen die Lust am Rauchen vermiest.

Mit 82,4 Milliarden Zigaretten wurde im vorigen Jahr die niedrigste Menge an versteuerten Glimmstängeln seit der Wiedervereinigung verkauft, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das waren zugleich 5,9 Prozent weniger Zigaretten als 2011. Bei Zigarren und Zigarillos sank der Absatz sogar um zehn Prozent. "Diese Entwicklungen sind auf die zum 1. Januar 2012 erfolgte Steuererhöhung bei allen Tabakerzeugnissen außer Pfeifentabak zurückzuführen", erklärten die Wiesbadener Statistiker. Die vom Fiskus verschonten Pfeifenraucher sorgten sogar für mehr blauen Dunst: Der Absatz stieg zum Vorjahr um 12,4 Prozent.

Zigarettenraucher und Liebhaber von Feinschnitt werden derweil in den kommenden Jahren noch stärker zur Kasse gebeten: Bis einschließlich 2015 stehen ihnen jeweils zum Jahreswechsel weitere Steuererhöhungen ins Haus. Zudem haben größeres Gesundheitsbewusstsein und Rauchverbote der Tabak-Branche in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren kräftig zugesetzt. Noch 2002 wurden hierzulande mehr als 145 Milliarden versteuerte Zigaretten abgesetzt. Ob sich Raucher womöglich verstärkt bei Schwarzmarkthändlern eindecken, entzieht sich jedoch der amtlichen Statistik.