Führende FDP-Politiker sehen Brüderle als Nummer Eins

Dienstag, 22. Januar 2013, 13:29 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Führende FDP-Politiker haben nach der Entscheidung über eine Doppelspitze für den Bundestagswahlkampf ihre Partei zur Rückkehr zur Sacharbeit aufgerufen.

Zugleich machten Gesundheitsminister Daniel Bahr und Fraktionsvize Martin Lindner am Dienstag deutlich, dass sie Fraktionschef Rainer Brüderle nun als den starken Mann der FDP ansehen. Der Bundesvorstand hatte am Montag beschlossen, dass dieser dem Parteichef Philipp Rösler als Spitzenmann im Wahlkampf zur Seite stehen soll. Den Vorsitz hatte er abgelehnt.

Der nordrhein-westfälische Partei- und Fraktionschef Christian Lindner sagte, durch das Tandem würden die Kräfte in der FDP gebündelt. Zugleich begrüßte er, dass Brüderle eine "hervorgehobene Rolle" übernehme. Neben Rösler werde er zentraler Botschafter des liberalen Programms sein, sagte Lindner der "Westdeutschen Zeitung". Auf die Frage, ob die Debatte um Rösler beendet sei, sagte er: "Wir konzentrieren uns jetzt auf Sachthemen."

Bahr sagte der Zeitung "Die Welt": "Rainer Brüderle ist die Nummer eins. Er ist das Gesicht der FDP für die Bundestagswahl." Wenn die FDP ihre Stärken bündele und mit unterschiedlichen Charakteren in den Wahlkampf ziehe, könne sie Vertrauen zurückgewinnen. Die Selbstbeschäftigung müsse ein Ende haben. Wer neue Diskussionen anzettele, schade der FDP.

Fraktionsvize Martin Lindner sagte zu Reuters mit Blick auf das Spitzen-Duo: "Brüderle ist der starke Mann, aber der andere ist nicht minder." Er setze darauf, dass beide ihre Stärken gebündelt in die Schlacht führten. "Das interne Kräftemessen sollte dem externen Kräftemessen jetzt mal weichen", sagte der Berliner FDP-Landeschef. Der Gegner stehe außerhalb der Partei und außerhalb der Koalition.

Rösler selbst betonte im "Handelsblatt", die FDP werde mit einer starken Mannschaft in die Auseinandersetzung mit Rot-Grün gehen. "Rainer Brüderle als Sturmspitze und ich als Mannschaftskapitän." So habe die FDP "beste Chancen", ein gutes Ergebnis im Bund zu erreichen und Schwarz-Gelb fortzusetzen.