Deutschland will Finanzhilfen im Mali-Konflikt ausweiten

Dienstag, 22. Januar 2013, 15:35 Uhr
 

Berlin/Bamako (Reuters) - Deutschland will sein finanzielles Engagement im Mali-Konflikt ausweiten, lehnt aber die Entsendung von Kampftruppen nach Afrika weiterhin ab.

Er wisse, dass Deutschland bei der Geberkonferenz zur Unterstützung Malis kommende Woche einen Beitrag leisten werde, sagte der französische Präsident Francois Hollande am Dienstag in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel. Merkel selbst verwies lediglich darauf, dass es bei der Konferenz in Addis Abeba um die Finanzierung des Einsatzes von Truppen des westafrikanischen Staatenbündnisses Ecowas in Mali sowie der Ausbildung der malischen Armee gehe.

Frankreich und afrikanische Truppen bereiteten den Einsatz im von Islamisten beherrschten Norden des Landes vor. Truppen aus dem Tschad wurden an die nigerianische Grenze zu Mali verlegt. Die USA begannen mit dem Transport von Soldaten und Material von Frankreich in das westafrikanische Land.

In Berlin erklärte Merkel bei einem Treffen der deutschen und französischen Regierungen aus Anlass des 50. Jahrestages des Elysee-Vertrages, Deutschland stehe im Mali-Konflikt mit Frankreich zusammen. "Wir wissen das, dass das eine schwierige militärische Mission ist, die Frankreich im Augenblick erfüllt für uns alle." Einen Einsatz der deutsch-französischen Brigade in Mali lehnte die Kanzlerin ab. In der Vergangenheit hatten auch Unionspolitiker kritisiert, Deutschlands Beitrag in Mali sei zu gering.

HOLLANDE DANKT FÜR POLITISCHE SOLIDARITÄT

Hollande dankte der Kanzlerin dafür, dass sie unmittelbar nach der Entscheidung für den Einsatz französischer Truppen in Mali politische Solidarität gezeigt und materielle Hilfe geleistet habe. Ziel des Einsatzes des französischen Militärs sei es, den Afrikanern zu helfen, die Stabilität in Mali wiederherzustellen. Frankreich hatte vor elf Tagen mit Luftangriffen in Mali begonnen, um den Vormarsch islamistischer Milizen auf die Hauptstadt Bamako im Süden des Landes zu stoppen. Mittlerweile sind 2150 französische Soldaten in Mali. Hollande fordert eine rasche Unterstützung der französischen Kräfte durch Truppen afrikanischer Staaten.

Ein Teil dieser afrikanischen Truppen wird vom Tschad gestellt. Deren Soldaten gelten als besonders erfahren im Wüstenkampf. Am Dienstag wurden tschadische Einheiten an die Grenze zu Mali in Niger verlegt. Zusammen mit nigerianischen Truppen sollen die Soldaten aus dem Tschad in den Norden Malis vorrücken und die Stadt Gao einnehmen.

Die US-Luftwaffe flog am Dienstag französische Soldaten nach Bamako. Ein Sprecher der US-Armee erklärte, seit Montag werde die französische Armee mit den Lufttransporten unterstützt. Nach französischen Angaben beteiligen sich auch Großbritannien, Belgien, Kanada und Dänemark an den Transporten. Deutschland hat zwei Transall-Maschinen in die Region gesandt, um damit Ecowas-Truppen zu verlegen.