Streik sorgt in Düsseldorf und Köln für Flugausfälle

Donnerstag, 24. Januar 2013, 17:23 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sind wegen eines Streiks der Sicherheitsleute am Donnerstag insgesamt über 100 Flüge ausgefallen.

In Düsseldorf wurden bis zum Vormittag 94 Verbindungen gestrichen, wie ein Flughafensprecher sagte. Geplant waren demnach für den gesamten Tag 530 Flüge. Betroffen seien vor allem innerdeutsche Flüge und Europa-Verbindungen. Die Langstreckenflüge konnten dem Sprecher zufolge zunächst abgefertigt werden. Passagiere müssten sich vor den Personenkontrollen auf Wartenzeiten von eineinhalb Stunden einstellen. Lediglich acht der über 40 Kontrollstellen seien besetzt.

Düsseldorf ist mit 20 Millionen Passagieren im Jahr der drittgrößte Flughafen in Deutschland. Übersichtlicher war die Lage am kleineren Flughafen Köln/Bonn: Dort wurden zunächst 20 von insgesamt 160 Flügen abgesagt. In erster Linie musste die Lufthansa ihren Flugplan zusammenstreichen. Allein am Vormittag sagte Deutschlands größte Fluggesellschaft 100 Verbindungen ab.

Der Flughafenverband ADV kritisierte den Ausstand. "Die Ankündigung, die beiden Flughäfen für zwei Tage massiv einzuschränken, ist völlig überzogen und für die Passagiere unzumutbar", erklärte Verbandschef Ralph Beisel.

STREIK AUCH AM FREITAG

Die Gewerkschaft Verdi will mit dem unangekündigten Warnstreik ihrer Forderung nach höheren Löhnen für die Sicherheitsleute Nachdruck verleihen. Auch für Freitag könne keine Entwarnung gegeben werden, sagte eine Verdi-Sprecherin. "Wenn die Arbeitgeber nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren, gehen die Streiks in Düsseldorf und Köln/Bonn weiter." Möglich sei auch, dass Sicherheitsleute an Flughäfen in anderen Bundesländern in einen Solidaritätsstreik träten, um ihre Kollegen in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen. Weitere Informationen über die Fortsetzung der Streiks werde es am Nachmittag geben, kündigte die Sprecherin an.

Verdi kämpft auch in Hamburg für eine bessere Entlohnung im Wach- und Sicherheitsgewerbe. Die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern waren gescheitert. Am vergangenen Freitag gab es deshalb einen Ausstand am Flughafen Hamburg. Jeder dritte Flug wurde gestrichen. Derzeit verhandelten die Tarifparteien dort aber wieder, sagte die Verdi-Sprecherin.

Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in NRW in der untersten Lohngruppe und erhalten einen Stundenlohn von 8,23 Euro. Das reiche nicht zum Leben. Verdi fordert 2,50 Euro mehr pro Stunde.

 
The terminal of the closed Cologne-Bonn airport is seen in the evening hours April 17, 2010. REUTERS/Wolfgang Rattay (GERMANY - Tags: DISASTER ENVIRONMENT TRANSPORT BUSINESS)