Auch am Freitag Streiks an Flughäfen Düsseldorf und Köln

Donnerstag, 24. Januar 2013, 17:41 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Urlauber und Geschäftsreisende müssen sich auch am Freitag wegen eines Streiks des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn auf zahlreiche Flugausfälle gefasst machen.

Die Gewerkschaft Verdi rief ihre Mitglieder dazu auf, die Arbeit an den Security-Checks der beiden Airports am Freitag erneut ruhen zu lassen. Die Streiks sollten in Düsseldorf um 22 Uhr und in Köln-Bonn um 20 Uhr beendet werden. Die Gewerkschaft will mit den Arbeitsniederlegungen ihrer Forderung nach höheren Löhnen Nachdruck verleihen.

Am Donnerstag brachte der Streik die beiden Flughäfen aus dem Takt - bis zum späten Nachmittag fielen insgesamt 200 Flüge aus. In Düsseldorf seien 147 der geplanten 530 Flüge gestrichen worden, sagte ein Flughafensprecher. Vor allem innerdeutsche Flüge und Europa-Verbindungen fielen aus - die Langstreckenflüge konnten abgefertigt werden. Passagiere müssten sich vor den Personenkontrollen auf Wartenzeiten von zwei Stunden und mehr einstellen. Düsseldorf ist mit 20 Millionen Passagieren im Jahr der drittgrößte Flughafen in Deutschland. Mit erheblichen Beeinträchtigungen mussten Fluggäste auch am Airport Köln/Bonn kämpfen: Dort wurde knapp ein Drittel der insgesamt 170 Flügen abgesagt. In erster Linie musste die Lufthansa ihren Flugplan zusammenstreichen. Deutschlands größte Fluggesellschaft sagt für den ganzen Tag über 200 Verbindungen ab.

VERDI SCHLÄGT HÄRTERE GANGART EIN

Die Fronten zwischen den Tarifparteien sind verhärtet. Die Arbeitgeber - also die privaten Sicherheitsunternehmen - hätten sich in der Sache nicht bewegt und auch die jüngste Frist für ein neues Tarifangebot am Donnerstagnachmittag verstreichen lassen, teilte Verdi mit. "Das provoziert die Beschäftigten allerdings zu einer härteren Gangart", sagte Gewerkschafts-Verhandlungsführerin Andrea Becker. Verdi könnte die Aktion noch ausweiten und unbefristete Streiks organisieren. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Sicherheitsleute an Flughäfen in anderen Bundesländern in einen Solidaritätsstreik träten, um ihre Kollegen in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen, sagte eine Verdi-Sprecherin.

Die Sicherheitsfirmen bezeichnen den Ausstand als unverhältnismäßig. Die Gewerkschaft nehme damit Tausende von Passagieren" in "Beugehaft", teilte der Verband BDSW mit. Die von Verdi geforderten Lohnerhöhungen von 33 Prozent für die 1000 Sicherheitsleute am Kölner/Bonner und Düsseldorfer Flughafen seien "völlig überzogen".

Verdi kämpft auch in Hamburg für eine bessere Entlohnung im Wach- und Sicherheitsgewerbe. Die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern waren gescheitert. Am vergangenen Freitag gab es deshalb einen Ausstand am Flughafen Hamburg. Jeder dritte Flug wurde gestrichen. Derzeit verhandelten die Tarifparteien dort aber wieder, sagte die Verdi-Sprecherin. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in NRW in der untersten Lohngruppe und erhalten einen Stundenlohn von 8,23 Euro. Das reiche nicht zum Leben. Verdi fordert 2,50 Euro mehr pro Stunde.