SPD legt nach Niedersachsen-Wahl leicht zu - FDP stagniert

Freitag, 25. Januar 2013, 11:39 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die SPD erhält nach dem knappen Wahlsieg in Niedersachsen auch im Bund leichten Rückenwind.

In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer legen die wegen der Debatte um Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gebeutelten Sozialdemokraten einen Punkt auf 29 Prozent zu. Die Union bleibt zwar mit Abstand stärkste Partei. Da es die FDP aber trotz der Festlegung auf Rainer Brüderle als Spitzenkandidat nicht aus ihrem Umfragetief schafft, würde Schwarz-Gelb ebenso wie Rot-Grün eine Regierungsmehrheit verfehlen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.

Die Union kommt in der ZDF-Erhebung auf 41 Prozent, ein Punkt weniger als Anfang Januar. Grüne und Linkspartei verharren bei 13 beziehungsweise sechs Prozent. Keine Veränderungen gibt es auch bei FDP (vier Prozent) und Piratenpartei (drei Prozent), die damit den Einzug in den Bundestag verfehlen würden. Die SPD kann zum zweiten Mal in einer Umfrage nach der Niedersachsen-Wahl zulegen. Auch im ARD-Deutschlandtrend konnte sie wie auch ihr Wunsch-Koalitionspartner Grüne je einen Punkt hinzugewinnen.

Die Aussichten für die FDP sind nach dem ZDF-Politbarometer auch nach der Personalentscheidung eher schlecht. Nur jeder fünfte Befragte glaubt, dass es mit den Freidemokraten nun aufwärts gehen wird. Mehr als die Hälfte geht davon aus, dass die Entscheidung, Philipp Rösler als Parteivorsitzenden zu behalten und ihm Brüderle als Spitzenkandidaten an die Seite zu stellen, größeren Auswirkungen auf die Lage der Partei haben wird. In Niedersachsen war die FDP überraschend auf 9,9 Prozent gekommen. Dies wird jedoch auf Zweitstimmen von CDU-Wählern zurückgeführt und spiegelt nicht die Stärke der Partei. SPD und Grüne haben im Landtag von Hannover eine Mehrheit von einem Sitz gegenüber CDU und FDP, die bislang die Regierung stellten.

Im direkten Vergleich von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Steinbrück kann der Herausforderer Boden gutmachen, auch wenn der Abstand zur Amtsinhaberin groß bleibt. Merkel solle Kanzlerin bleiben, wünschten sich 62 Prozent der Befragten nach 65 Prozent vor zwei Wochen. Steinbrück wollen 29 Prozent als Kanzler sehen, ein Plus von vier Prozentpunkten.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das Politbarometer 1249 Wahlberechtigte vom 22. bis 24. Januar.