Erneut Streiks an Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn

Freitag, 25. Januar 2013, 16:49 Uhr
 

Düsseldorf/Frankfurt (Reuters) - Zweiter Tag im Streik der Airport-Sicherheitsleute: Erneut kam es für Passagiere am Freitag an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn zu massiven Behinderungen.

Allein am Flughafen Düsseldorf seien den Tag über 131 Flüge von insgesamt 560 geplanten Verbindungen gestrichen worden, sagte ein Flughafen-Sprecher. Die Situation habe sich im Vergleich zum Vortag ein wenig entspannt, da viele Fluggäste auf den Ausstand einstellt gewesen sein. Vor den Personenkontrollen, deren Mitarbeiter größtenteils im Ausstand waren, hätten sich lange Schlangen mit Wartezeiten von bis zu zwei Stunden gebildet. Ein halbes Dutzend Fluggäste, die nach dem ersten Streiktag am Airport gestrandet waren, hätte auf Feldbetten übernachtet.

Am wesentlich kleineren Flughafen Köln/Bonn fiel ein Fünftel der 200 Flüge aus. Die Lufthansa sagte wegen der Streiks mehr als 90 Flüge ab. Ausfälle gab es auch bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin. Reisenden wurde empfohlen, sich vor der Fahrt zum Flughafen bei ihren Gesellschaften zu informieren. Bereits am Donnerstag waren in Düsseldorf und Köln Hunderte Flüge ausgefallen.

STREIKPAUSE AM WOCHENENDE

Die Gewerkschaft Verdi will mit den Arbeitsniederlegungen ihre Forderung nach höheren Löhnen durchsetzen. Die Fronten sind verhärtet. "Wir haben auch nach zwei Streiktagen null Kontakt mit den Arbeitgebern", sagte ein Verdi-Sprecher zu Reuters. Die Gewerkschaft wolle den privaten Sicherheitsfirmen am Wochenende nun Zeit geben, um ein neues Tarifangebot vorzulegen. Der Arbeitsausstand solle deshalb am Samstag und Sonntag ausgesetzt werden. Die Arbeit niedergelegt haben zuvor jeweils 400 sogenannten Luftsicherheitsassistenten - sie sind Angestellte von Firmen, die im Auftrag der Bundespolizei die Kontrollen der Flugpassagiere übernehmen. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der untersten Lohngruppe und erhalten in der Stunde von 8,23 Euro. Verdi fordert 2,50 Euro mehr pro Stunde. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt die Forderung "völlig überzogen".

Verdi kämpft auch in Hamburg für eine bessere Entlohnung im Wach- und Sicherheitsgewerbe. Am vergangenen Freitag hatten die dortigen Kontrolleure den Flughafen mit einem Streik ins Chaos gestürzt. Daraufhin setzten sich die beiden Tarifparteien einige Tage später wieder an den Verhandlungstisch. Viel hat das nicht gebracht: Die Gespräche seien am Freitag bereits wieder geplatzt, teilte der BDSW mit.