Schicksal der "Frankfurter Rundschau" weiter ungewiss

Montag, 28. Januar 2013, 17:51 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Zukunft der "Frankfurter Rundschau" (FR) ist weiter offen: Auf einem mit Spannung erwarteten Gläubigertreffen am Montag ist Verhandlungskreisen zufolge bislang keine Entscheidung für einen Käufer gefallen.

"Ob und wie es weitergeht, hängt von der Klärung bestimmter Details ab", sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Klarheit werde es spätestens am Mittwoch auf einer Versammlung der 460 FR-Mitarbeiter geben, sagte der Insider.

Die Gläubiger müssen entscheiden, ob die insolvente Traditionszeitung eingestellt oder verkauft wird. Das "Hamburger Abendblatt" berichtete am Wochenende unter Berufung auf Verlagskreise, die "Frankfurter Allgemeines Zeitung" (FAZ) wolle die insolvente FR in abgespeckter Form als Regionalzeitung fortführen. Geplant sei die Übernahme von etwa 30 Redakteuren und mehreren freien Mitarbeitern. Texte zu überregionalen Themen sollten offenbar von der FAZ zugeliefert werden.

Gleichzeitig traf sich am Montag der FR-Betriebsrat mit SPD-Chef Sigmar Gabriel, um über einen Sozialplan und eine mögliche Transfergesellschaft für die Mitarbeiter von Verlag und Druckerei sprechen. Die SPD ist über ihre Medienholding mit 40 Prozent am Verlag der FR beteiligt. Etwas mehr als 50 Prozent liegen beim Kölner Verlag M. DuMont Schauberg, der Rest bei der Stiftung des früheren Mehrheitsgesellschafters Karl Gerold.

Der Verlag der 1945 gegründeten "Frankfurter Rundschau" hatte im November Insolvenz angemeldet. In den vergangenen Jahren schrieb die "Frankfurter Rundschau" jeweils rund 20 Millionen Euro Verlust. Sollten die Verkaufsbemühungen scheitern, könnte eine weitere überregionale Qualitätszeitung vom Kiosk verschwinden. Erst im Dezember war die "Financial Times Deutschland" eingestellt worden.