Fraktionschef Brüderle sieht sich nicht als Belastung für FDP

Mittwoch, 30. Januar 2013, 12:36 Uhr
 

Berlin (Reuters) - FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle sieht sich trotz der gegen ihn erhobenen Sexismus-Vorwürfe nicht als Belastung für die Liberalen.

"Ich sehe das so, dass ich sehr wohl der Partei sehr nütze", sagte Brüderle am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. Sonst hätte sie ihn ja nicht aufgefordert, Spitzenmann im Wahlkampf zu werden. Die Nominierung hatte allerdings vor Bekanntwerden der Vorwürfe stattgefunden.

Brüderle betonte abermals, er werde die gegen ihn erhobenen Vorwürfe weiter nicht kommentieren. "Ich habe mich bisher zu dem Thema nicht geäußert und ich werde es auch weiterhin nicht tun." Er bitte, seine persönliche Entscheidung zur Kenntnis zu nehmen. "Sie müssen sie ja nicht teilen", fügte er hinzu.

Auf Nachfrage von Journalisten sagte Brüderle, die Sexismus-Debatte habe "sicherlich ihre gesellschaftliche Relevanz". "Dass Debatten geführt werden ist in der Demokratie ein legitimes und richtiges Phänomen", unterstrich der 67-jährige Fraktionschef.

An dem Pressegespräch, das regelmäßig in Sitzungswochen des Bundestages stattfindet, nahm auch die "Stern"-Redakteurin Laura Himmelreich teil. Ihr Porträt über Brüderle hatte die Sexismus-Debatte in Gang gebracht. Die 29-Jährige hatte darin geschrieben, Brüderle habe sich ihr am Vorabend des Dreikönigstreffens vor gut einem Jahr an der Hotelbar auf anzügliche Weise genähert.

Himmelreich betrat rund 15 Minuten vor Brüderle den Raum, vorbei an Fotografen und Kameraleuten. Sie wurde von Kollegen begleitet. An der Runde nahmen rund 80 Journalisten teil und damit etwa doppelt so viele wie sonst üblich.

Bei dem Pressegespräch selbst sind Bild- und Tonaufnahmen nicht zugelassen. Anders als sonst verzichtete Brüderle darauf, die Teilnehmer persönlich mit Handschlag zu begrüßen. Zu einer direkten Begegnung zwischen dem Fraktionschef und der Reporterin kam es somit nicht.