Verdi verlangt kräftiges Lohnplus für Länder-Beschäftigte

Donnerstag, 31. Januar 2013, 14:00 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Zum Auftakt der Länder-Tarifverhandlungen haben die Gewerkschaften ihre Forderung nach kräftigen Lohn- und Gehaltssteigerungen für die rund eine Millionen Beschäftigten bekräftigt.

"Wir wollen eine deutliche Reallohnsteigerung", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Donnerstag in Berlin. Bsirske, der mit raschen Warnstreiks gedroht hat, verlangte zudem für Auszubildende eine höhere Vergütung sowie eine Übernahmegarantie.

Gewerkschaften wie Arbeitgeber zeigten sich zuversichtlich, in den bis März angesetzten Verhandlungen eine Lösung zu erzielen und eine Schlichtung zu vermeiden. "Der Anspruch steht, in den drei Runden was hinzubekommen", sagte der Länder-Verhandlungsführer Jens Bullerjahn. Der Finanzminister von Sachsen-Anhalt rechtfertigte seine Entscheidung, ohne eigenes Angebot in die Verhandlungen zu gehen: "Egal was ich jetzt vorgelegt hätte für die Länder, es wäre so oder so falsch gewesen." Die Verdi-Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt lehnte er erneut als Überforderung der Länder-Haushalte ab.

Im vergangenen Jahr hatten Bund und Gemeinden mit der Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,3 Prozent über zwei Jahre vereinbart. Diesen Abschluss hat Verdi zur Messlatte für die neue Verhandlungsrunde gemacht. Die Gewerkschaften verweisen auf zuletzt sprudelnde Steuereinnahmen und sehen sich durch jüngste Daten bestätigt. Laut Bundesfinanzministerium haben Bund und Länder im vergangenen Jahr so viele Steuern eingenommen wie nie zuvor. Insgesamt verbuchte der Fiskus knapp 552 Milliarden Euro in den Kassen. Die Länder sehen sich nicht zuletzt durch die Schuldenbremse zum Sparen gezwungen.