Deutsche angeblich von Rebellen in Kolumbien entführt

Dienstag, 5. Februar 2013, 13:23 Uhr
 

Bogota/Berlin (Reuters) - Außenminister Guido Westerwelle hat wegen der angeblichen Entführung zweier Deutscher in Kolumbien den Krisenstab eingeschaltet.

Dieser stehe mit allen relevanten Stellen in Kontakt, sagte eine Sprecherin am Dienstag in Berlin.

Die ELN-Guerillagruppe hatte am Vortag die Festnahme zweier Deutscher gemeldet. Die Männer seien in Catatumbo nahe der Grenze zu Venezuela gefangengenommen worden, erklärte die Nationale Befreiungsarmee (ELN). Sie würden als Geheimagenten betrachtet, weil sie ihren Aufenthalt in der Gegend nicht hätten erklären können. Die Namen der Männer veröffentlichte die ELN im Internet. Eine offizielle Bestätigung lag jedoch nicht vor. Die Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte lediglich, den Hinweisen auf die Entführung zweier Deutscher werde nachgegangen.

Es ist die zweite Entführung von Ausländern innerhalb eines Monats durch die schätzungsweise 3000 Mann starke zweitgrößte Guerilla-Gruppe des südamerikanischen Landes.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos rief die ELN auf, alle ausländischen Geiseln freizulassen. "Wer soll denn glauben, dass zwei Deutsche hier in Kolumbien spionieren? Das ist ein Vorwand, den hier niemand akzeptieren oder verstehen kann", sagte er in einer Rede.

Die Guerilla hatte zuletzt den Druck auf die Behörden erhöht. Offenbar will sie an den Friedensverhandlungen der Regierung mit den Farc-Rebellen teilnehmen. Die USA und die Europäische Union sehen in der ELN eine Terrororganisation.