Bundeskabinett beschließt neue Energie-Standards für Häuser

Mittwoch, 6. Februar 2013, 14:42 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Für Neubauten sollen demnächst schärfere Energiespar-Vorschriften gelten.

Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine erneuerte Energie-Einsparverordnung (Enev), die höhere Ansprüche an Dämmung und Effizienz stellt, die aber für Altbauten nicht gelten. Der Verordnung muss allerdings der Bundesrat zustimmen, was angesichts der fehlenden Mehrheit von Schwarz-Gelb und des aufziehenden Bundestagwahlkampf als unwahrscheinlich gilt.

Bauminister Peter Ramsauer sagte, er stehe für die Energiewende mit Außenmaß. "Deshalb habe ich mich erfolgreich dafür eingesetzt, dass es für Bestandsimmobilien keinen Sanierungszwang gibt." Sinnvolle Sanierungen müssten sich auch für Eigentümer und Mieter lohnen. "Wohnen muss bezahlbar bleiben. Wir setzen deshalb auf Anreize, nicht auf Zwang."

Umweltverbände haben die neuen Standards als zu lasch kritisiert, da sie bei den meisten Neubauten schon jetzt erfüllt würden. Das Umweltministerium sei hier gegenüber Bau- und Wirtschaftsressort eingeknickt.

Die Regierung will mit der Verordnung dafür sorgen, den Energieverbrauch von Wohnungen bis 2020 um ein Fünftel zu senken. Bis 2050 soll der gesamte deutsche Gebäudebestand klimaneutral sein, also praktisch keine Energie oder nur solche aus erneuerbaren Quellen verbrauchen. Die Verschärfung der Verordnung würde laut Regierung für Neubauten ab 2014 gegenüber der bisherigen Regelung eine Energieeinsparung von 12,5 Prozent und von 2016 an nochmals 12,5 Prozent bedeuten. Für Sanierungen bei Alt-Gebäuden sollen die Eigentümer über die neue Enev keine zusätzlichen Belastungen zu tragen haben.

Nach Berechnungen des Naturschutzbundes Deutschland führen die neuen Standards jedoch zu geringeren Energie-Einsparungen als von der Regierung in Aussicht gestellt. Die neue Enev werde durch aktuelle Bauweisen ohnehin fast automatisch erreicht. Letztlich führten Modernisierungen nach diesen Standards aber dazu, dass die Bauherren diese Häuser für die nächsten 30 oder 40 Jahren nicht wieder modernisieren würden, hatte der Nabu kritisiert. Die Effizienzziele der Regierung für 2050 könnten so nicht erreicht werden.