Verfahren gegen Facebook wegen Gesichtserkennung eingestellt

Donnerstag, 7. Februar 2013, 11:36 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Nach der Abschaltung der umstrittenen Gesichtserkennung von Facebook in Europa hat der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar das Verfahren gegen das US-Unternehmen eingestellt.

"Facebook hat auf unseren Druck reagiert und die rechtswidrige Erhebung personenbezogener Daten eingestellt", erklärte Caspar am Donnerstag. Auch die bisher erfassten biometrischen Daten seien gelöscht worden. Zudem habe der Konzern zugesagt, künftig datenschutzrechtliche Vorgaben zu erfüllen. "Das Unternehmen weiß, welche unserer Forderungen nicht diskutierbar sind - hierzu gehört insbesondere eine bewusste und informierte Einwilligung des Nutzers vor jeder biometrischen Erfassung", betonte Caspar.

Sollte das US-Unternehmen erneut mit der Gesichtserkennung beginnen, ohne Rücksicht auf deutsche und europäische Datenschutzvorgaben zu nehmen, werde er umgehend ein neues Verfahren einleiten. Caspar hatte das Verfahren gegen Facebook unter anderem deshalb gestartet, weil der Konzern nicht die vorherige Einwilligung der Betroffenen zur Sammlung ihrer biometrischen Daten eingeholt hatte. Nach Auskunft der Datenschutzbehörde sammelt auch Google+ biometrische Daten zur Gesichtserkennung, das Unternehmen fragt die Betroffenen jedoch nach ihrer Einwilligung.